Thomas Oppermann

deutscher Jurist und Politiker; SPD; Vizepräsident des Deutschen Bundestags von Okt. 2017 bis zu seinem Tod 2020; Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion Dez. 2013 - Sept. 2017; MdL 1990-2005 und Wissenschaftsminister in Niedersachsen 1998-2003; Erster Parl. Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Nov. 2007-2013; MdB 2005-2020

* 27. April 1954 Freckenhorst

† 25. Oktober 2020 Göttingen

Herkunft

Thomas Oppermann wurde 1954 im nordrheinwestfälischen Freckenhorst (Landkreis Warendorf) als eines von vier Kindern des Molkereimeisters Wilhelm Oppermann und dessen Frau Elisabeth, geb. Tönnies, geboren. Die beiden Brüder wurden Automechaniker und Heizungsbauer, seine Schwester Pflegerin.

Ausbildung

O. besuchte die Volksschule in Edemissen und die Goetheschule in Einbeck. Als einziges Kind seiner Familie legte er 1975 das Abitur ab und begann anschließend ein Germanistik- und Anglistikstudium in Tübingen. Im zweiten Semester erhielt der Kriegsdienstverweigerer eine Einladung als freiwilliger Helfer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in die USA, wo er u. a. im Boykott-Büro der Feld- und Wanderarbeitergewerkschaft UFW/AFL-CIO arbeitete (1976-1978). Mit der Erkenntnis, dass soziale Gerechtigkeit politische Einmischung erfordert, wechselte O. nach seiner Rückkehr nach Deutschland an die Georg-August-Universität Göttingen und studierte Jura. 1983 legte er das Referendarexamen ab, 1986 das Assessorexamen. Sein Studium finanzierte sich der Friedrich-Ebert-Stipendiat auch als Bauarbeiter und Nachtwächter.

Seit Studienzeiten war O. mit dem SPD-Politiker Stephan Weil ...